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Nach dem Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren war Bulgarien eines der vielen Länder, die sich vom Kommunismus abgewendet haben. Die Legalisierung des Privateigentums ermöglichte es nun auch den Bulgaren, ein eigenes Unternehmen zu gründen. In Sofia waren allerdings die Mieten zu hoch. Die Bulgaren waren wieder mal sehr kreativ und erfinderisch und so entstanden an den Gehwegen der Hauptstadt Sofia viele kleine Kellerläden (Klekshop).

Diese charakteristischen „Klek=Hocke“ -Läden funktionieren so: durch ein Kellerfenster, nicht weit über dem Boden, werden Waren To-Go angeboten. Bunte, mit Glas überzogene Regale am Fenster zeigen, was der Laden zu verkaufen hat. Die meisten von ihnen verkaufen Zigaretten, kleine Snacks sowie alkoholische und alkoholfreie Getränke. Es gibt aber auch Schuhreparaturwerkstätten, Schlüsseldienste und Weiteres.

Die Kunden müssen in die Hocke gehen, um ihre Bestellung aufzugeben und sie entgegenzunehmen. Die Geschäfte haben bis spät in die Nacht geöffnet und manchmal sogar rund um die Uhr. Jahrelang gab es in fast jeder Straße der Hauptstadt Klek-Läden. Die Miniatur-Convenience-Läden kümmern sich um die Zigaretten des vorbeigehenden Fußgängers oder den Mittagsdurst der Wartenden an Bushaltestellen.

Wahrscheinlich werden einige von ihnen weiterhin offen bleiben, einfach weil sie die richtige Lage haben oder auch weil sie mittlerweile zu einer Touristenattraktion geworden sind. Außerdem erzählen sie die lebhafte Geschichte vom Übergang Bulgariens zum Kapitalismus. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus mussten die Bulgaren einfach erfinderisch werden und so nutzten sie die Gelegenheit, Dinge aus ihren Kellerfenstern zu verkaufen.

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