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Land & Leute

5000 Jahre alter Brauch – Georgstag in Bulgarien

Der heilige Georg zählt in Bulgarien zu den beliebtesten Heiligen. Aus diesem Grund wird zu seinem Ehrentag, den 6. Mai, ein besonders großes Fest gefeiert. Am Georgstag ist es bis heute Tradition, dass Lamm gegessen wird. Dieser Lammbraten kann als Opfer angesehen werden, das dem Heiligen dargebracht wird. Für gewöhnlich wählte man als Opferlamm das erste männliche Lamm aus, das im Frühling geboren wurde. Es wurde speziell angefüttert, dann zum Fest geschmückt, von einem Priester beweihräuchert und an der Ostmauer des Hauses geschlachtet. Das ganze Ritual weist deutliche Spuren heidnischer Opferbräuche auf.

Im Ferienort Dobrinishte, nahe Bansko, wird an diesem Tag ein buntes Folklorefest gefeiert. Trachtenträgerinnen und Trachtenträger feiern dabei einen Brauch, der seit 5000 Jahren in der Form von Familie zu Familie weitergegeben wird. Jung und Alt in farbenfrohen bulgarischen Kostümen nehmen an den Feierlichkeiten teil. Das Ritual beginnt im Morgengrauen. In wunderschönen Trachten rollen sich die Kinder im Morgentau im Gras und machen sich Gedanken, wie das Jahr wohl werden wird.

Mädchen und Frauen binden Blumensträuße und tauchen sie in einen großen Bottich. Der Bottich wird zu einem Haus gebracht, in dem ein unverheiratetes Mädchen lebt, und wird dort unterhalb einer Rose in den Garten gestellt. Am nächsten Tag gibt es dann eine große Feier im Zentrum des Dorfes, bei der die Blumensträuße verteilt werden, gesungen und getanzt wird. Diese Tradition hat die Jahrhunderte überlebt und wurde von Generation zu Generation weitergegeben.

In der Galerie seht ihr viele Eindrücke vom Fest:

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Tags : BrauchBulgarienGeorgstag

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