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Meine Liebe zur Erkundung von unbekannten Orten in Bulgarien, über die ich bisher nur gelesen oder gehört habe, führte mich zum Kloster Klisura. Im Rahmen einer zweitägigen Tour nach Belogradchik über das Tscherepisch Kloster sowie die Magura Höhle konnte ich diesen außergewöhnlichen Ort besuchen, von dem ich jetzt berichten werde.

Das Kloster Klisura gehört zum Gebiet des Dorfes Barzia zwischen Varshets und Berkovitsa im Nordwesten Bulgariens und ist das viert größte Kloster Bulgariens. Es befindet sich am Fuße des Todorini Kukli-Gipfels auf der westlichen Balkankette.

Nach den Chroniken des Klosters befanden sich hier einst das Fundament einer alten Kirche sowie die Überreste eines anderen Klosters, das den alten Leuten als „leeres Kloster“ bekannt war. Während des Zweiten Bulgarischen Staates galt dieser Ort als das Zentrum des spirituellen Lebens in dieser Umgebung. Es lag im Tal des Flusses Vreshtitsa und trug den Namen Vreschenski-Kloster. Als Bulgarien unter die osmanische Herrschaft fiel, wurde das Kloster niedergebrannt und zerstört. Dieser Ort blieb lange Zeit unbewohnt und verwaist. Im 17. Jahrhundert ließen sich sechs Mönche im Kloster nieder, um es zu restaurieren. Ihre Bemühungen fielen jedoch mit den schwierigen Zeiten während der Unruhen zusammen. Unter der osmanischen Besatzung versteckten sich Rebellen im Kloster. Später wurde an diesem Ort ein Brunnen gegraben. Das Wasser darin wurde als Heilwasser angesehen und viele Menschen, die mit Glauben und Demut erfüllt waren, pilgerten zum Kloster. Man glaubte, die Natur würde sich vor den Opfern des Widerstands verneigen, um des Glaubens und des Volkes willen und zudem wuchsen sechs Buchen über der Quelle.

Heute ist es ein Frauenkloster, in dem seit 2007 circa acht bulgarische Nonnen wohnen.

Die Kirche Hl. St. Kiril und Methodius nimmt auf einem kleinen Hügel stolz einen zentralen Teil im Klosterbereich ein. Sie wurde von Antim Damyanov gebaut. Darin sieht man eine außergewöhnliche, hölzerne Ikonostase von Stoicho Fandakov, einem Meister der Samokov-Schnitzschule, sowie die außergewöhnlichen Ikonen des Malers Nikola Ivanov. Die Wandbilder stammen von den Professoren Georgi Zhelyazkov und Georgi Bogdanov.

Tags : Kloster

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